Was für ein Jahr!

Mein Rückblick auf 2018

Zack! Schon wird es wieder Weihnachten und wie immer ist keiner darauf vorbereitet!
Was soll’s – das Jahr 2018 neigt sich so oder so dem Ende zu. Es wird also Zeit, Bilanz zu ziehen.

Ein außerordentlich gutes Jahr liegt hinter mir – so viel kann ich im Rückblick ohne Übertreibung sagen; ein Jahr, angefüllt mit mehreren Buchveröffentlichungen, begleitet von spannenden, lustigen, teils begeisternden und manchmal auch ungewöhnlichen Lesungen und Präsentationen.

Alles begann mit der Vorstellung des Harz-Freizeitführers „Harz – 1000 Freizeittipps“, den ich zusammen mit Christian Dolle geschrieben und im April im Wartberg Verlag veröffentlicht habe.
Am 10. April durften Christian und ich das Buch im Harz-Welcome-Center in Torfhaus präsentieren. Es wurde eine Veranstaltung, die uns ein unerwartet großes Publikumsinteresse einbrachte. Offensichtlich ist der Bedarf an gedruckten Reisebegleitern weiterhin groß, insbesondere, wenn es sich um ein etwas ungewöhnliches Format handelt, das weniger die auswärtigen, sondern eher die einheimischen Harzreisenden anspricht.

Schon wenige Tage später konnte ich nach längerer Zeit wieder einmal zusammen mit meinem Begleiter, dem Singer/Songwriter Frank Bode, unser gemeinsames musikalisch-kriminelles Programm „Mord in Moll“ vorstellen, nicht im Harz, sondern im Hotel des Freizeit-Areals „Bernsteinsee“ unweit von Gifhorn. Der Auftritt brachte uns neben neuen Fans auch ein Engagement beim Krimifestival in Braunschweig ein – ein Erfolg, den wir so nicht vorausgesehen hatten.

Foto © Christian Dolle

Im Frühling dieses Jahres lag mein Fokus natürlich ganz klar auf der Veröffentlichung meines 7. Ingo-Behrends-Krimis mit dem Titel „Drei freundliche Tage und ein Todesfall“. Die Buchvorstellung, die auch als eine Hommage an das Osteroder Stadtfest „Drei freundliche Tage“ gedacht war und im Rahmen der Festtage stattfinden sollte, wurde schließlich zum Abgesang auf das Fest, denn nach einer gefühlten Ewigkeit, in der stets im Mai für drei Tage Feierstimmung auf dem Osteroder Marktplatz geherrscht hatte, wurden die „Drei freundlichen Tage“ 2018 unerwartet zu Grabe getragen.
Also zelebrierten wir am 3. Mai in der Tilman Riemenschneider Buchhandlung in Osterode die Buchpräsentation und die Beerdigung des Festes in einem Rutsch. Mit der Unterstützung meiner Patenband „Dustpipe“, die ihre Status-Quo-Coversongs vermutlich das erste Mal und entsprechend nervös unplugged spielte, wurde es eine würdige Feier zusammen mit den vielen Anteil nehmenden „Trauergästen“ im voll besetzten Antiquariat.

Nach einigen kleineren Veranstaltungen (Lesung, Signierstunde) kam irgendwann der Sommer – trocken und sehr warm, wie sich vermutlich viele erinnern werden. Und so ein Klima ist nicht wirklich dazu angetan, kreativ zu sein. Also legte ich eine schöpferische Pause ein, widmete mich der Schattensuche und dem gemeinsamen Chillen mit meinen Hunden.

vlnr.: Andreas Gruber, Preisträger Christof Weigold, Oliver Bottini
Foto © Christian Dolle

Schließlich, im September, stand die 8. Auflage unseres Mordsharz-Festivals auf dem Programm, dieses Mal mit der Premieren-Preisverleihung des „Harzer Hammers“, dem Preis für Debütromane aus dem Bereich Thriller/Krimi. Ein wahrhaft schwerer Klotz, dieser Fäustel aus Granit! Mit Christof Weigold und seinem Buch „Der Mann, der nicht mitspielt“ hatten wir einen würdigen Preisträger, der dank seiner körperlichen Verfassung zudem in der Lage war, die gewichtige Trophäe zu stemmen.
Auch ich durfte mich nach mehreren Jahren Abstinenz wieder in die Riege der Lesenden bei MORDSHARZ einreihen. In Nordhausen, im historischen Tabakspeicher, trug ich Passagen aus meinem aktuellen Werk vor.

Ein weiteres Highlight folgte ebenfalls im September. Im Kurhaus von Bad Sachsa stand die Präsentation meines gerade erschienenen Buches „Dunkle Geschichten aus dem Harz“ an. Eingebettet in die Kurzvorträge von Uwe Oberdiek, dem Leiter des Grenzlandmuseums Bad Sachsa, geriet die Buchvorstellung so kurz vor dem Tag der deutschen Einheit zu einer Geschichtsstunde der besonderen Art, der es weder an Unterhaltung, noch an Ernsthaftigkeit und Tiefe fehlte.

Und dann der Oktober! Erst der 5-Tage-Trip nach Schottland, der mir neben edlem Scotch auch eine gepflegte Erkältung einbrachte, danach die Thalia-Signierstunde im Göttinger Kauf-Park und das bange Hoffen, dass sich Husten und Schnupfen bis zum Ende des Monats wieder verzogen hatten. Denn es stand die für mich in diesem Jahr wichtigste Lesung an – auf dem Krimifestival in Braunschweig.
Das Aufgebot des zweiwöchigen Festival-Programms der Braunschweiger liest sich Jahr für Jahr wie das Who is Who der deutschen und internationalen Krimiszene. Wer zu einer dieser Lesungen geht, ist in der Regel versierter Festival-Gast und stellt gewisse Ansprüche. Vor einem solchen Auditorium zu bestehen, schien mir nicht ganz leicht und ich muss zugeben – das Lampenfieber hatte mich mehr als sonst im Griff. Aber ich war ja nicht allein. Mit Frank Bode an meiner Seite würden wir die Hütte rocken! Zumindest hatten wir uns das vorgenommen.

Foto © Buchhandlung Graff GmbH

Immerhin, das I-Vent, ein Restaurant im 17. Stock eines Hochhauses am Braunschweiger Stadtrand mit herrlichem Blick auf den weit entfernten Brocken, war ausverkauft. Das machte die Sache schon mal ein wenig leichter. Beim Einstieg in unser Mord-in-Moll-Programm (zum Krimi „Drei freundliche Tage …“) zeigte sich schließlich, wie locker und begeisterungsfähig das Publikum nach dem zuvor verzehrten Harzer Spezialitätenteller war. Wir erlebten gemeinsam eine wunderbare Show, die mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Nach zwei schönen Lesungen im November wartete der 1. Dezember mit dem nächsten Höhepunkt auf. Dieses Mal saß nicht ich auf der Bühne, sondern die österreichische Schauspielerin und Charakterdarstellerin Marion Mitterhammer, die aus meinen beiden Herausgaben „Glühwein, Schnee und Harzer Knüppel“ und „Hexentrank und Halleluja“ las. Ort des Geschehens war der restlos ausverkaufte Kreuzgang des Walkenrieder Zisterzienserklosters.

Marion Mitterhammer, Roland Lange
Foto © Christian Dolle

Nicht nur, dass Marion Mitterhammer die Geschichten mit großem schauspielerischen Können vortrug und das Publikum begeisterte – sie ließ es sich auch nicht nehmen, mich auf die Bühne zu bitten und mir die limitierte Auflage einer Hör-CD meines Krimis „Brockendämmerung“ zu überreichen, von ihr höchstpersönlich eingelesen. Eine Überraschung, mit der ich so nicht gerechnet hatte, und darüber hinaus eine Würdigung meiner schriftstellerischen Arbeit, denn Marion Mitterhammer gestand dem Publikum zum einen ihre Liebe zum Harz und zum anderen ihre Begeisterung für meine Krimis, dank derer sie das Mittelgebirge auch auf literarische Weise erkundet hatte.

Stille Nacht, tödliche Nacht

Den Schlusspunkt hinter „mein“ Jahr setzte schließlich die Veröffentlichung der Anthologie „Stille Nacht, tödliche Nacht – 24 mörderische Adventsgeschichten“. Der Bookspot Verlag hatte in einer Ausschreibung dazu aufgerufen, kriminelle Weihnachtsgeschichten einzusenden, von denen die 24 besten in einem Buch veröffentlicht werden sollten. Ich beteiligte mich mit meiner Geschichte „Die Axt im Haus“, die zu meiner Freude aus den rund 600 eingesandten Werken ausgewählt wurde und damit zu den preisgekrönten Beiträgen gehörte.
Mit diesem „Sahnehäubchen“ schließt sich für mich der Kreis und ich kann den letzten Tagen des Jahres gelassen entgegensehen.
Ich danke allen, die mich 2018 begleitet und unterstützt haben – ob Veranstalter*innen und Zuhörer*innen oder die Leser*innen meiner Bücher und die vielen helfenden Hände im Hintergrund! Was wäre ich ohne Euch/Sie?

Und damit wünsche ich allen, die diesen Beitrag bis hierher gelesen haben, Frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2019!

Herzlichst
Euer/Ihr

Roland Lange

 

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