Acht Jahre Mordsharz-Krimifestival …

… und kein bisschen müde.

 

Lesung Arne Dahl 2016 im Innenhof des Wernigeröder Schlosses

Noch immer brenne ich für unser Harzer Krimifestival, das ich 2010 ins Leben gerufen habe und das wir als kleines 5-köpfiges Team seit 2011 regelmäßig Mitte September veranstalten.
Acht Jahre sind eine lange Zeit, in der es auch manchmal Situationen gab, in denen ich mich gefragt habe, warum ich die Arbeit auf mich nehme, die solch ein Event erfordert. Die Antwort darauf habe ich jedes Mal bekommen, wenn wir im September anfangs an drei, später dann an vier Tagen vor vollbesetzten Stuhlreihen standen und sowohl die Zuschauer, als auch unsere wunderbaren AutorInnen begrüßen durften.
Es waren die  Momente, in denen ich wusste, ich habe zusammen mit dem Team etwas geschaffen, das einmalig ist. Ein Krimifestival zu veranstalten, das den Harz als Ganzes sieht, Grenzen ignoriert und als deutschlandweit einziges Event in mittlerweile drei Bundesländern, nämlich Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, stattfindet – das hat was! Dazu kommen die tollen Lesungs-Locations, die auf einzigartige Weise den Harz repräsentieren, seien es das Wernigeröder Schloss, die Kaiserpfalz in Goslar, das Weltkulturerbe Rammelsberg oder, in diesem Jahr ganz neu, der historische Tabakspeicher in Nordhausen.

Lesung Yrsa Sigurdardóttir 2017 in der Schlosskirche, Schloss Wernigerode

Ich erinnere mich noch gut an unser erstes Festival im September 2011, als ich mit der Lesung aus meinem Krimi „Todesstreifen“ den Startschuss für unser Event geben durfte: Die Lesung fand in der Gastsätte auf dem Hausberg in Bad Lauterberg statt. Der Saal war rappelvoll und obwohl wir „Ausverkauft“ gemeldet hatten, drängten immer noch Gäste auf den Berg. Sie kamen entweder zu Fuß oder hatten die Fahrt mit dem Sessellift angetreten. Mit dem Auto kann man die Gaststätte ja nicht erreichen. Leider blieb diesen „Nachzüglern“ der Einlass verwehrt und sie mussten mit langen Gesichtern wieder den Rückweg antreten.
Oder die Lesung am Tag darauf in der Steinkirche in Scharzfeld bei Herzberg am Harz – eine etwa 30 Meter lange Höhle im Dolomitfelsen hoch über dem Dorf, Natur pur, ohne eine einzige technische Annehmlichkeit und nur über einen Trampelpfad zu erreichen. Ein wunderbarer, mystischer Ort für eine Krimilesung, aber auch eine logistische Herausforderung für uns, mussten wir doch die Stromversorgung sichern und Sitzgelegenheiten, sowie Getränke und Bücher den Berg hinaufschaffen.
Ich werde nie vergessen, wie unsere Gäste mithalfen, sich kurzentschlossen die Bänke der Biergartengarnituren packten und sie höchstpersönlich vom Fuß des Berges hoch an Ort und Stelle schleppten, um sich dann darauf niederzulassen. Und auch der Ersatzgenerator war rechtzeitig zur Stelle, nachdem das vorgesehene Stromaggregat auf dem Transportweg Opfer eines Unfalls geworden war.
Es gab noch viele einzigartige Augenblicke, seien es die Lesung mit Andreas Winkelmann oben auf dem Brocken, zu dem der Autor in Ilsenburg seine Fans um sich versammelt hatte, um mit ihnen gemeinsam den Aufstieg zum Gipfel in Angriff zu nehmen, oder die grandiose, stimmungsvolle Eröffnungsgala mit Arne Dahl bei bestem Sommerwetter im Innenhof des Wernigeröder Schlosses.

Lesung Sven Stricker 2017 im Wintersaal, Kaiserpfalz Goslar

Immer noch staunend sehe ich, zu welch einem Magneten sich das Mordsharz-Festival über die Jahre entwickelt hat; sowohl für unsere zum Teil weit gereisten Gäste, wie auch für unsere Autorinnen und Autoren, die oft zu den Top-Stars der Szene gehören und sogar gern mal eben für eine Lesung von Reykjavik herüber zu uns in den Harz jetten.
Und ich bin sehr stolz, dass wir auch in diesem Jahr wieder ein Programm auf die Beine stellen konnten, mit dem wir uns vor keinem der „großen“ Krimifestivals verstecken müssen. Dank der Initiative unseres Freundes, Thrillerautor Andreas Gruber aus Wien, werden wir in diesem Jahr sogar einen Krimipreis ausloben – den „Harzer Hammer“, einen Preis für den besten deutschsprachigen Debütroman in der Sparte Krimi/Thriller.
Aber das ist nur einer der Höhepunkte. Daneben können wir hochkarätige Gäste begrüßen, wie etwa Oliver Bottini, Horst Eckert, Melanie Raabe oder Klaus-Peter Wolf. Und natürlich unseren „Wiederholungstäter“ Dietmar Wunder, die deutsche Stimme von „James Bond“ Daniel Craig. Er wird, wie immer souverän und unterhaltsam, den deutschen Lesepart unseres internationalen Stars Fiona Cummins übernehmen.

Appetit bekommen? Das wäre schön!
Wir haben eine Festival-Homepage, die ich jedem ans Herz lege, der sich einen spannenden Krimi-Abend (oder gleich mehrere?) in einer besonderen Harzer Location gönnen möchte. Unter www.mordsharz-festival.com findet man sowohl das aktuelle Festival-Programm 2018, als auch die Ticket-Vorverkaufsadressen und eine Möglichkeit, Tickets online zu bestellen.

 

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